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Mai Yamashita
Naoto Kobayashi

27.02. – 17.04. 2011

Adventure, Courage, Love and Friendship

Mai Yamashita (1976) und Naoto Kobayashi (1974) arbeiten seit 2000 zusammen. Immer wieder sind es Handlungen und Situationen, die auf den ersten Blick absurd anmuten, die aus Japan stammende Künstlerpaar erprobt. Tatsächlich jedoch folgen die beiden einem radikal erweiterten Verständnis von Sinngebung und Machbarkeit, dem der fortgesetzte Versuch, das Leben nach eigenen Spielregeln angenehmer und bedeutungsvoller zu gestalten, entspringt. Die Videoprojekte der beiden Künstler basieren auf selbstgestellten Aufgaben, die sie mit fast anarchistischer Lust dem Alltag entgegensetzen, um schließlich über alle Erschwernisse und Zumutungen der Umsetzung zu triumphieren.

Kulturelle Rolle und Klischees ironisieren und unterwandern Yamashita und Kobayashi, inspiriert durch ihre eigene künstlerische Reisetätigkeit, etwa wenn sie als japanische Touristen unterwegs sind. In alpiner Gebirgslandschaft etwas fertigen sie kleine "mountain sculptures" aus vorgefundenen Baumstämmen ("How to make a mountain sculpture", 2006). Ebenso schließt sich ein Kreis, wenn sie eine in Japan erworbene Flasche Tönissteiner Mineralwasser zurück nach Deutschland bringen, um den Inhalt in seine Ursprungsquelle zurück zu schütten ("Release of mineral water", 2003).

Ob sie angesichts einer filmisch verlangsamten Sternschnuppe so viele private Wünsche wie möglich äußern ("When I wish upon a star", 2004), ein riesiges, rotes Bonbon über mehrere Monate auf sein normale Größe lutschen ("Candy", 2005) oder an der Ostsee 1000 Well zählen ("1000 Waves", 2008), immer verfolgen sie dies mit einer Ernsthaftigkeit, die zugleich von einer gewissen Komik geprägt ist und uns die vielen sinnlosen Rituale des Alltags bewusst machen.

Die Ausstellung im Kunstverein Göttingen zeigt eine Auswahl von Video- und Fotoarbeiten der letzten Jahre.